Ich liebe was ich tu - ein Leben mit der Honigbiene !

Als mir mein Vater im Sommer 1978, mit damals gerade mal 12 Jahren, mein erstes Bienenvölkchen anvertraute, haben wir beide wohl niemals daran gedacht, dass die Bienen mein Leben so nachhaltig mitgestalten würden.

 

Mit Papa als Lehrmeister betreute ich während meiner Schulzeit zwischen drei und fünf Bienenvölker. In dieser Zeit stellten wir unsere Imkerei von Kuntzsch-Hinterbehandlern auf Magazinbeuten um. In dieser Zeit fiel auch das erste Auftreten der Varroamilbe in unserer Region.

 

Schon früh besuchte ich Bienenkurse des Vorarlberger Imkerverbandes sowie einen Zucht- und Körkurs in der damaligen Bayerischen Bienenlehranstalt in Erlangen. Auch viele Vereins-veranstaltungen im BZV Koblach mit Vorträgen und Schulungen gehörten zu meiner imkerlichen Ausbildung.

 

Während meiner beruflichen Tätigkeit als Förster und Betriebsleiter in einem Vorarlberger Forstbetrieb wuchs meine kleine "Imkerei" auf bis zu 15 Völker an. In dieser Zeit reifte auch der Gedanke, mich beruflich mit der Honigbiene zu beschäftigen. Die Liebe zur Natur und besonders der Drang nach Freiheit brachten mich dazu, 1999 gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin Brigitte nach Schweden auszuwandern.

 

Dort schufen wir uns eine Existenz als Erwerbsimker. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und einer arbeitsintensiven Zeit gelang es uns unseren kleinen Betrieb "Igelstads Bigård" im landschaftlich reizvollen Skaraborg aufzubauen. Dabei verdienten wir unseren Lebensunterhalt mit ca. 200 Bienenvölkern. Wir vermarkteten unseren Honig über den Lebensmittelhandel und produzierten Königinnen, Ableger und Bienenvölker für den Verkauf. Dabei erwies sich die Carnica-Biene als zuverlässiger, meist gutgelaunter und leistungsstarker Partner. Die Zucht dieser wundervollen Biene wurde zu meiner großen Leidenschaft.

 

Im Sommer 2017 bekam ich das Angebot, eine Arbeitsstelle als Imker im Bienenzuchtzentrum Bantin anzutreten. Die Aussicht mich zukünftig noch mehr mit der Leistungsprüfung und Zucht der Biene beschäftigen zu können, haben mich damals veranlasst unsere Selbstständigkeit aufzugeben und Schweden zu verlassen. Nach drei Jahren als Angestellter im Landesverband der Imker Mecklenburg-Vorpommern habe ich dieses Arbeitsverhältnis beendet. Ich musste leider feststellen, dass ich mich im öffentlichen Dienst nicht wohlfühle. Es war und ist mir bei meiner Arbeit wichtig, ein gutes Ergebnis zu erzielen, die Qualität der Arbeit steht immer im Mittelpunkt. An meinem Arbeitsplatz habe ich erfahren, dass hier einzig und alleine das Erscheinungsbild nach Außen von Bedeutung ist. Die tatsächlich erbrachte Arbeit und deren Qualität interessieren die Verantwortlichen nur am Rande. Dies führt leider dazu, dass Anspruch und Wirklichkeit in diesem von der Öffentlichkeit finanzierten Betrieb oft sehr weit auseinanderliegen. Unter diesen Umständen war es mir leider nicht möglich meine Arbeit fortzusetzen.

 

Auf Grund familiärer Umstände haben wir uns daher entschlossen, ab 2021 nach 22 Jahren im europäischen Ausland wieder in unsere Heimat zurückzukehren. Hier werde ich auch in Zukunft meine Bienen, deren Zucht und die Produktion von qualitativ hochwertigen Bienenprodukten weiterführen. Mit Freude und Stolz werde ich "s´Honighus" meines Vaters übernehmen.

 

I freu mi druf !